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Hidenori Takagi mit Humboldt-Professur ausgezeichnet

15. Mai 2014;

Am 8. Mai 2014 wurde Hidenori Takagi auf der Festveranstaltung der Humboldt-Preisträger in Berlin als erster asiatischer Wissenschaftler mit der Humboldt-Professur der Alexander-von-Humboldt-Stiftung ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit fünf Millionen Euro der höchstdotierte Forschungspreis in Deutschland. Die Universität Stuttgart und das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung stellten gemeinsam den Antrag bei der Stiftung, um den japanischen Spitzenforscher für eine Förderdauer von fünf Jahren zu gewinnen. Takagi ist seit dem 1. April 2014 Universitätsprofessor am Institut für Funktionelle Materie und Quantentechnologie der Fakultät Mathematik und Physik.

Hidenori Takagi
Im Bild: (von l. n. r.): Bernhard Keimer (Geschäftsführender Direktor Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart),
Wolfram Ressel (Rektor Universität Stuttgart), Hidenori Takagi, Johanna Wanka (Bundesministerin für Bildung und Forschung),
Helmut Schwarz (Präsident Alexander von Humboldt-Stiftung)
Bild: Humboldt-Stiftung/Svea Pietschmann.
             

Hidenori Takagi ist einer der weltweit herausragenden Forscher für die moderne Festkörperforschung und Materialwissenschaft. Bereits vor Jahren hat er eine neue Klasse von Materialien entdeckt, die absolut keinen elektrischen Widerstand leisten und die man nicht mehr bis fast auf den absoluten Nullpunkt (-273 Grad Celsius) herunterkühlen muss, damit sie supraleitend werden. Zudem hat er Materialien geschaffen, die sich bei Abkühlung, anders als sonst üblich, ausdehnen. Weltweites Ansehen hat der 53-Jährige bereits als Masterstudent der Tokioter Universität erlangt, als er einen Hochtemperatur-Kupferoxid-Supraleiter künstlich hergestellte, in dem die Elektronen die Ladungsträger waren; bis dahin kannte man diese Funktion nur von positiven Ladungsträgern, den sogenannten Löchern. Der Japaner sorgte mit seiner Entwicklung dafür, dass viele bislang geltende theoretische Konzepte überholt waren.

An der Universität Stuttgart sowie am dortigen Max-Planck-Institut für Festkörperforschung will Prof. Takagi den strategischen Schwerpunkt der Festkörperforschung verstärken und eine Neuausrichtung von der "klassischen" Halbleiter- und Metallforschung hin zu "Advanced Materials" vorantreiben und die interdisziplinäre Forschung ausbauen.

Professor Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart, würdigte in seiner Laudatio auf der Festveranstaltung „das einzigartige Forschungsprofil von Prof. Takagi. Damit wird eine neue Dynamik erzeugt, um Forschergruppen verschiedener Disziplinen am Campus Stuttgart zu verbinden“.

Weitere Informationen unter: www.humboldt-professur.de