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Öffentliche Vortragsreihe - 2014 - Odyssee im Nanokosmos


Event date: May 5, 2014 7:00 PM
 Audimax V53.01

Prof. Dr. Helmut Dosch Prof. Dr. Helmut Dosch
Vorsitzender des Direktorium des DESY
Molekulares Kino
Molekulares Kino - Wie filmt man eine chemische Reaktion?
Zur Erforschung des Nanokosmos haben die Wissenschaftler bei DESY ein revolutionäres neues Mikroskop zur Erforschung von Nanostrukturen ersonnen, das einen Menschheitstraum wahr werden lässt: Eine Röntgen-Höchstgeschwindigkeits-Kamera, die holographische Aufnahmen vom Tanz der Atome und Moleküle in Materie erlaubt. Damit wird es erstmals möglich werden, direkt zu beobachten, wie chemische Bindungen entstehen und brechen, wie Medikamente wirken und Nanostrukturen funktionieren. In diesem Vortrag wird Sie Prof. Dosch in die bislang verborgenen Dimensionen des Nanokosmos entführen und dabei auch einen Einblick in die aktuellen Forschungsaktivitäten bei DESY geben.


Zur Person

Professor Dr. Helmut Dosch hat an der Ludwigs-Maximilians Universität in München Physik studiert, promoviert und sich im Jahr 1991 habilitiert. Auslandserfahrung sammelte er in seiner Doktorandenzeit am Institut Laue-Langevin in Gernoble, Frankreich, sowie als Postdoktorand mit der Auszeichnung des Feodor-Lynen Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt Gemeinschaft im Jahr 1984 an der Cornell Universität, Ithaca, New York.

Seinen ersten Ruf als Professur nahm Dosch im Jahr 1993 an der Universität Wuppertal an. Nach 4 Jahren trat er im Jahr 1997 den Direktoriumsposten am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart an. In Personalunion wirkte er in dieser Zeit (1997 bis 2009) als Leiter des Lehrstuhls für Experimentalphysik an der Universität Stuttgart.

Im Jahr 2009 führte ihn seine heutige Position als Vorsitzender des Direktoriums des Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY nach Hamburg.

International bekannt ist Dosch durch die Erforschung von Festkörpergrenzflächen und Nanomaterialien mittels Synchrotronstrahlung. Sein Wirken im Bereich der Festkörperphysik wurde von der Stadt Remscheid durch die Verleihung der renommierten Röntgen-Plakette im Jahr 2010 gewürdigt. Als Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft übernimmt Dosch seit 2012 noch mehr Verantwortung in der nationalen und internationalen Forschungslandschaft.

Kurzinterview

Frage: Was reizt Sie als Physiker an den kleinsten Bauteilen unserer Welt?

Antwort Dosch: Wenn man daran interessiert ist zu verstehen, wie das Universum funktioniert, kommt man um die kleinsten Bausteine nicht herum. Sie sind anfangs zwar schwer zugänglich, aber mit ihren frappierenden Eigenschaften, die unserer Alltagserfahrung sehr oft widersprechen, gewinnen sie dann sehr schnell nicht nur das Interesse, sondern auch die Zuneigung des Forschers.

Frage: Warum leistet sich Deutschland den Röntgenlaser der Superlative, der zurzeit am DESY in Hamburg gebaut wird?

Antwort Dosch: Deutschlands einzige Rohstoffe sind Wissen und Hochtechnologie. Der Europäische Röntgenlaser in Hamburg ist daher eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft, da er einen essentiellen Beitrag für die Wissensbasis der Welt unser Kinder und Enkel leisten wird, insbesondere für das maßgeschneiderte Design von neuen Werkstoffen und Medikamenten.

Frage: Wie werden wir im Jahr 2030 in unserem Alltag von den aktuellen Forschungen am DESY profitieren?

Antwort Dosch: DESY leistet seinen Beitrag zur Weiterentwicklung unseres grundlegenden Verständnisses, wie unsere Welt auf kleinsten Längen- und Zeitskalen funktioniert. Mit seinen Großforschungsanlagen verschiebt DESY dabei beständig die Grenzen des technisch Machbaren. Die Hightech-Firmen, die mit uns zusammenarbeiten, profitieren von diesem einzigartigen Wissens- und Technologietransfer tagtäglich. Ich hoffe sehr, dass wir 2030 ein funktionierendes Konzept für eine nachhaltige Energieversorgung haben. In bin sicher, dass die Forschungsanlagen von DESY für die Entwicklung der dazu notwendigen Werkstoffe eine wichtige Rolle spielen.


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